Die Technik alter
Handdruckspritzen
Das Grundprinzip aller Handdruckspritzen hat
sich jahrhundertelang bewährt: Das Prinzip der Kolbenpumpe, die auch heute noch
in ähnlicher Form gebaut wird.Als deren Erfinder gilt der Physiker Ktesibius aus
Alexandria, der um 250 vor Christus solche Pumpen erfand.
Diese Kolbenpumpen konnten das Wasser allerdings nicht selbst ansaugen, sondern
mußten sich in einem Wasserbehälter befinden. Die nachfolgende Zeichnung
beschreibt die Wirkungsweise einer Doppelkolbenpumpe:
Der linke Kolben befindet sich in der
Saugstellung. Durch die Aufwärtsbewegung hat sich im Zylinder ein Vakuum
gebildet. Daduch schließt sich das Auslaßventil und das Einlaßventil öffnet
sich, um das Wasser einzulassen, das durch das Vakuum angesaugt wird.
Beim rechten Kolben hat sich in der gleichen Zeit genau der entgegengesetzte
Vorgang abgespielt. Der Kolben drückt bei seiner Abwärtsbewegung das Wasser
durch das sich öffnende Auslaßventil in den Druckkanal, während das
Einlaßventil sich durch den Wasserdruck schließt.
Diese so einfache Funktion konnte mit wenigen Bauteilen und handwerklichem
Geschick schon vor 300 Jahren in erstaunlicher Präzision gebaut werden. Die
Problemstelle war lediglich die Dichtheit zwischen Kolben und Zylinder. Dieses
wurde seinerzeit mit Ledermanschetten erreicht, später konnte man Gummilippen
verwenden. Handdruckspritzen in dieser Form, egal ob mit einem oder zwei Kolben
hatten durch den ständigen Wechsel zwischen Saug- und Druckvorgang einen
unregelmäßigen Wasserstrahl zur Folge. Nur etwa ein Drittel des abgegebenen
Wassers erreichte so das eigentliche Ziel. Weiterhin konnte die Pumpe nur so
schnell bewegt werden wie das Wasser durch den Druckkanal abfließen konnte.
Die Erfindung des Windkessels brachte hier
großen Fortschritt. Auf den Druckkanal wurde ein geschlossener Behälter
montiert. An diesem Behälter ist das Wendestrahlrohr bzw. der Schlauch über ein
Absperrventil angeschlossen. Das Wasser wird in diesen Druckbehälter gepumpt.
Sobald mehr Wasser gepumpt wird, als am Schlauch oder Wenderohr abgegeben
werden kann, sammelt es sich im Windkessel.
Gleichzeitig verdichtet sich durch den steigenden Wasserpegel die enthaltene
Luft und bildet ein Druckpolster, welches den Wasserstrahl gleichmäßig durch
den Schlauch oder das Wenderohr leitet. Die Druckausgleichsgefäße an heutigen
Heizungsanlagen haben den gleichen Effekt.

Windkessel an der
Handdruckspritze der Ortsfeuerwehr Spelle (NS). Hersteller: Beduwe, Aachen
Foto: R. Harmsen
Ein weiteres Problem war die Hubbewegung der
Kolben. In der "Feuerlöschpumpspritze" von Anton Platner aus dem
Jahre 1518 waren die Kolben und Zylinder in waagerechter Lage eingebaut und
wurden durch Zug- und Druckstangen in waagerechter Richtung in Bewegung
gebracht. Diese Arbeit war sehr kraftaufwendig.
Später wurden die Zylinder senkrecht
eingebaut. Mittig oberhalb der Kolben wurde ein Druckbalken drehbar gelagert
angebracht. Dieser war mit den Hubkolben verbunden. In den Druckbalken wurden
am Einsatzort die Druckarme eingeschoben, an denen die Löschmannschaft dann die
Pumpe bediente.
Die Handdruckspritzen des Klosters Salem von 1700 und 1725 zeigen, daß hier die
Druckarme frontal in den Druckbalken gesteckt werden, was zur Folge hatte, daß
am äußeren Ende des Druckbalkens die größte Person stehen mußte, um den Balken
zu bewegen.
Beim Großteil aller noch vorhandenen
Handdruckspritzen werden die Druckarme rechtwinklig zum Druckbalken
eingeschoben, dadurch hat jeder Bediener die gleiche Hubhöhe zu bewältigen.

Handdruckspritze der
Ortsfeuerwehr Spelle (NS) mit seitlich eingesteckten Druckarmen.
Foto: R. Harmsen
Ab 1868 fertigte Heinrich Kurtz aus
Stuttgart wieder Spritzen mit waagerechten Zylindern, behielt aber den
herkömmlichen Druckbaum bei. Diese Konstruktion erforderte zwar eine
zusätzliche Umlenkstange vom Druckbaum zum Kolben, ließen aber eine niedrige
Bauweise zu, wodurch Platz für Schlauchhaspeln oder Sitzbänke geschaffen wurde.
Hersteller von Handdruckspritzen
Handdruckspritzen wurden
vor allem im süddeutschen Raum oft von Glockengießern hergestellt. Häufig wurde
das Fahrgestell dann von einem Wagner oder Stellmacher gebaut, deren Namen
häufig nicht auftauchen.
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C. D. Magirus, Ulm |
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Heinrich Schramm, ? |
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Carl Metz, Karlsruhe |
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Theodorus Busch,
Haselünne |
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Meyer, Hagen |
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Aloysius Egels,
Rheine/Ems |
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Josef Beduwe, Aachen |
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Leonhardt Rosenlechner,
Konstanz |
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Peter Nicolaus Lohmeier,
Gütersloh |
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Friedrich Wilhelm Müller,
Cannstadt |
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Jan van der Heyden,
Amsterdam |
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Carl Blersch, Überlingen |
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Hans Georg Kachler, Ulm |
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Phillip-Jakob Wieland,
Ulm |
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Jakob Leupold, ? |
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H. Bräunert, Bitterfeld |
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Hans Hautsch, Augsburg |
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Justus Christian Braun,
Nürnberg |
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Caspar Hasse, Hamburg |
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J. W. Engelhardt, & Co., Fürth |
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Paul Ludwig, Bayreuth |
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Karl Ackermann, Eutingen |
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Johann-Jakob Bossert sen.,
Tübingen |
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Johann-Michael Kienle,
Horb |
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Christoph Bossert,
Tübingen |
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Josef Ignaz Dalter,
München |
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Gerit Kröger, Lingen/Ems |
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A. Rönneburg, Uelzen |
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Flader, Jöhstadt |
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Peter Franz Arnd, Fulda |
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Henneberg & Sohn,
Arnstadt |
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August Hönig, Köln |
Die Familie Kurtz, Glockengießer und
Spritzenbauer aus Reutlingen und Stuttgart
Im
Landkreis Tübingen stammten 38 fahrbare Handdruckspritzen aus der Fertigung der
Familie Kurtz. Alleine 31 Handdruckspritzen wurden von der Firma Heinrich Kurtz
(Karl Wihelm und Heinrich Ludwig) in der Zeit von 1868 bis 1907 gebaut.
Insgesamt waren im Landkreis Tübingen 57 Handdruckspritzen vorhanden.
Die Handdruckspritzen der Firma Heinrich Kurtz sind
charakteristisch durch ihre Bauform mit liegend angebrachten Zylindern.