
Der
Winter, der ein Sommer war
Zu
den bisher fünf Reisen sind wir immer im Spätherbst oder
Winter aufgebrochen - wenn dort unten Frühling oder Sommer
war. Gestartet
sind wir jeweils von Buenos Aires aus, wo ich Verwandte hab(tt)e.
Es
hat jedesmal Zeit und Nerven gekostet, das nach Buenos Aires verschiffte
Moped aus den Klauen des Zolls bzw. der Spedition zu befreien...
von hier aus nochmal ein herzliches Dankeschön an Heinz und
Anna (†) , die mich bzw. uns immer solange in ihrem Haus ertragen
haben. Rekord war 1994: 2 Wochen Wartezeit auf das Motorrad, ca
250 €uro an obskuren Gebühren gezahlt, aber schließlich
doch die Maschine in Händen gehabt - und 2009 - fast eine Woche
Nerv und Ärger wegen urplötzlich vollkommen bürokratisch
agierender Zollbeamter, die jedes papier doppelt und dreifach bestätigt
und abgestempelt haben wollten ... an dieser Stelle einen ganz herzlichen
Dank an Jose Sagel, unseren Spediteur von eaff
in Buenos Aires!
Wer´s einfacher haben will, kann sich natürlich einen
Agenten nehmen, der für etwa drei Stunden Arbeit gerne mal
ein paar Hunderter (in Euro umgerechnet) kassiert. Mittlerweile
sind wir erfahren genug, um die Sache selbst in die Hand zu nehmen,
aber es ist immer ein ziemlicher Aufwand. Das gehört eben dazu...
2010 haben wir für den Heimtransport übrigens doch wieder
auf die Künste von Mario vertraut, der mir
16 Jahre zuvor bei meiner ersten Reise dorthin geholfen hatte -
da kann man richtig sentimental werden ... :-)
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Jetzt
geht´s lo - oos!
Nachdem
wir das Motorrad dann aus den Klauen des Zolls befreit, mit den
restlichen Sachen bepackt, den Luftdruck auf 3 Bar erhöht und
noch einmal getankt haben (Benzin kostet derzeit (2010) in Buenos
Aires etwa 90 Cent, im südlichen Patagonien ist es teilweise
noch erheblich billiger), kann es losgehen...aber wie!
Der
Verkehr in der Millionenstadt (im Großraum etwa 13 Millionen
Einwohner) ist auf den ersten Blick lebensgefährlich:
...bis
zu achtzehn (18!) Fahrspuren reihen sich auf den breitesten Strassen
nebeneinander, es wird Gas gegeben, was das Zeug hält, Fußgänger
springen wie gehetztes Wild in letzter Sekunde beiseite, und es
wird ohne Lichtzeichen die Spur gewechselt, überholt, gebremst...
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| Allerdings
gewöhnt man sich schnell an dieses Gewimmel, vor allem eines
fand ich faszinierend: man kann eigentlich fahren, wie man möchte
und die Fahrspuren wechseln nach Belieben, ohne sich umzugucken
- der/die hinter einem Fahrende passt schon auf - echt super!
Mein Freund Helge hatte sich, als er auf der 1999er-Tour als Beifahrer
auf der GS saß, jedenfalls nach eigenen Worten sicher wie
in Abrahams Schoß gefühlt...Danke für das Kompliment
an mich, aber es zeigt auch, wie rücksichtsvoll die Verkehrsteilnehmer
hier oft sind, dem ersten Anschein zum Trotz.....
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Hier
sieht man die breiteste Strasse der Welt - die Avenida 9 de Julio...schätzungsweise
inoffizielle 24 Fahrspuren sind es, die sich da mitten durch das
Herz von Buenos Aires quälen!
Hier
bin ich oft entlanggewandert, und man muss als Spaziergänger
schon hart im Nehmen sein, um das zu ertragen.....(den Verkehr natürlich,
nicht mich ;-)) |
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