ESSEN & TRINKEN
In diesem Kapitel soll es eher
darum gehen, französisch zu essen und dabei
preiswert davonzukommen. Und französisch essen kann
man auch auf einer Parkbank oder am Quai der Seine. Oder einfach auf der
Strasse, wie links unsere Parisweb-Freundin Daniela Schiffer. Grundsätzlich sollten Sie
aber davon ausgehen, dass der grösste Teil Ihres Urlaubsetats für Speis' und
Trank weggeht. Einerseits, weil es auch für Franzosen üblich ist, bei jeder
Gelegenheit ins Café oder ins Restaurant zu gehen und wir wollen ja auch unseren
Aufenthalt möglichst französisch gestalten, andererseits, weil die
Gastronomiepreise in Paris
deutlich höher liegen, als die in Deutschland.
Hier können Sie draufklicken, um zu den Stichworten mehr zu erfahren:
Restaurant/Brasserie/Bistro/Café/Salon de Thé
Charcuterie/Boucherie/Chevaline
Um es noch einmal zu sagen: gestalten Sie Ihren Aufenthalt gastronomisch so französisch wie möglich. Das ist einfach: Nutzen Sie jede Gelegenheit, sich in ein Café/Bistro/Restaurant zu setzen. Bei Otto-Normal-Franzose sieht der gastronomische Tagesablauf etwa so aus:
Aufstehen und ohne Frühstück
aus dem Haus. Auf dem Weg zur Arbeit Einkehr in einem
Café oder
Bistro zwecks Einnahme des
Frühstücks (Petit Déjeuner): Croissant, getaucht in Café au Lait (Milchkaffee im
Verhältnis 1:1) oder Café Crème (Kaffee mit grossem Schuss Sahne/Milch). In den
Arbeitspausen oder bei Geschäftsbesprechungen geht man lieber ins
Café oder
Bistro, um dort gleich was
trinken zu können (in der Regel Café noir bzw. Café express, vergleichbar mit
italienischem Espresso. Hartcore-Franzosen trinken schon am Vormittag ihren
Ballon Rouge, das Glas Rotwein). Die Mittagspause verbringt man im
Bistro oder
Restaurant.
Je nach Hunger (und Portemonnaie) verzehrt man dort zum
Mittagessen (Déjeuner) von Salatteller über Sandwich bis zum kompletten Menue
alles, was das Herz begehrt. Die Zeit bis zum Feierabend wird, wenn möglich,
überbrückt mit heimlichen oder offiziellen
Café-/Bistrobesuchen, um dort am Zinc, dem
traditionellen Tresen, im Stehen (das ist billiger als im Sitzen und man wird
schneller bedient) den Café oder den Ballon Rouge einzunehmen. Der Heimweg wird
durch Einnahme des Apéritif (frei übersetzt: flüssige alkoholhaltige Vorspeise)
im Bistro
unterbrochen. Traditionell ist der Pastis bzw. Pernod/Ricard, ein Anislikör, der
mit Wasser verdünnt wird (wer Cola reinkippen lässt, ist ein Barbar!). Dazu gibt
es ein wenig Knabberzeug. Der Klassiker und nach Jahren des polizeilichen
Verbotes endlich wieder erlaubt, ist der Absinth. Ähnlich wie Pastis, haut aber
doller rein. Verboten war er wegen einer Droge, die früher drin enthalten war
und die eifrigen Konsumenten schnell um den Verstand gebracht hat. Es ist aber auch erlaubt, Bier zu trinken oder einen
Wein. Ausserdem gibt es noch eine Reihe weiterer Spirituosen, die Sie auf der
Karte unter der Überschrift 'Apéritifs' finden können. Nachdem man sich
umgezogen hat, geht es dann ins Restaurant
zum Abendessen (Diner). Da man sich ja sonst nichts gönnt, gibt es bei der
Lektüre der Karte gleich noch einen Apéritif. Dann kommt das Entrée bzw. Hors
d'oeuvre (Vorspeise), le oder les Plats (Hauptgericht(e)), der Käse, das süsse
Dessert, der Café und schliesslich der Digestif (Nachtrunk: Likör oder besser
noch Cognac). Ist man mit Freunden unterwegs oder einfach noch nicht müde, setzt
man sich auf dem Heimweg noch rasch (1 bis 2 Stunden) auf die
Bistroterrasse und trinkt
noch einen Nachttrunk (diesmal mit zwei 'T'!).
Übrigens: wenn man in einem Lokal nichts essen will und
auch nicht preiswert am Zinc stehen möchte, dann setzt man sich auf die
Terrasse, d.h. ins Freie bzw. im Winter auf die Plätze am Fenster. Der Franzose
nennt das "Faire les terrasses":
trinken, schwatzen, auf die Strasse schauen und über die Menschen, die man
sieht, kleine spitze Bemerkungen machen. Liegt eine Tischdecke auf dem Tisch,
dann ist der Tisch für Esser reserviert. Machen Sie sich nicht unbeliebt durch
eine reine Getränkebestellung!
Sie fragen: "Wann ist so ein Franzose eigentlich mal daheim?" Ganz ehrlich: selten. Im Wesentlichen zum Schlafen. Deshalb sind französische Wohnungen in der Regel auch spartanisch möbliert: wozu denn auch? Selber gekocht wird oft nur am Wochenende, da alle Erwachsene in der Familie arbeiten müssen. Sonst kann man sich dieses Leben in Verbindung mit den horrenden Immobilienpreisen gar nicht leisten...