FORTBEWEGEN MIT DEM BUS
Was kann schon der Bus in Paris gegenüber der Metro für Vorteile haben? Eine ganze Menge!!! Aber zuerst die Nachteile: Überschreitet der Bus die Stadtgrenze (Péripherique), dann müssen Sie einen neuen Fahrschein entwerten. Gilt für Einzel- und Carnetkarten und sogar für die Carte Orange. Wenn Sie mit letzterer ausserhalb ihres Geltungsradius fahren wollen, dann müssen Sie ab der Stadtgrenze ein Extra-Ticket kaufen und entwerten, es sei denn, Ihre Mehrtageskarte gilt auch für diesen Bereich. Tut sie aber aus Kostengründen in der Regel nicht. Nur für Einzel- und Carnetkarten gilt: steigen Sie um, dann brauchen Sie auch wieder eine neue Fahrkarte. Bei Mehrtageskarten, z.B. Carte Orange, brauchen Sie das natürlich nicht! Und langsamer ist so ein Bus auch, verglichen mit der Metro. Und voller, da kleiner. Meistens steht man eine ganze Weile, bis mal ein Platz frei wird.
Und die
Vorteile: Im Gegensatz zur
Metro verlieren Sie nie die Orientierung,
denn Sie sehen ja, woher er kommt und wohin er fährt. Jede Fahrt ist eine kleine
Stadtrundfahrt, auf der man
Gegenden finden kann, die man ruhig nochmals besuchen sollte. Und Freude macht
es einfach, wenn man mit einer Mehrtageskarte vorne einsteigt und dem Fahrer ein
freundliches "Bonjour" zuruft. Leider ist diese kleine Höflichkeit bei vielen
Franzosen schon in Vergessenheit geraten und entsprechend erfreut/überrascht
reagieren dann die Fahrer (die meisten zumindest).
Die Busse werden selten von
Touristen benutzt. Sie sitzen
(oder stehen) mitten zwischen den Parisern und können hier und da Gespräche aus
dem prallen Leben belauschen.
Einige Buslinien haben hinten eine
Freiluft-Plattform. Ein
Erlebnis erster Klasse, sich bei schönem Wetter den Wind (na ja - und die
Abgase) um die Ohren sausen zu lassen! Allerdings werden diese Oldtimer leider
zur Zeit ausgesondert. Sehen Sie einen, dann rein - völlig egal, wo er hinfährt!
Denken Sie daran: diese Fahrt ist historisch!
Und nun die Gebrauchsanweisung:
- Bushaltestellen sehen wie in Deutschland aus: meist ein Regenschutzhäuschen oder zumindest ein Schild mit Fahrplan.
-
Fahrplan ansehen und schauen, ob der Bus auch dahin
fährt, wohin man will. Ansonsten hängen in den Wetterschutzhäuschen Pläne vom
Viertel (Quartier). Hier können Sie schnell sehen, an welcher Stelle Ihr Bus
abfährt. Sie können den Fahrplänen auch entnehmen, in welchen Abständen und an
welchen Wochentagen der Bus fährt. Genaue Abfahrtszeiten gibt es nicht. Achtung!
Eine Reihe von Bussen fährt nur tagsüber und nur an Werktagen! Genau hinschauen!
Nachts gibt es dann die Noctambusses,
die Nachtbusse, die immer vom Châtelet aus sternförmig in alle Richtungen
fahren.
- Wenn der Bus kommt: schauen, ob die Linie und die
Richtung stimmt (steht vorne dran). Ist die Liniennummer zweistellig, dann
verkehrt der Bus innerhalb von Paris. Ist sie dreistellig, dann geht es in die
Vororte (Banlieue). Achtung! Ist die Nummer diagonal durchgestrichen, dann endet
die Fahrt früher! Aber die Linienführung
können Sie auch noch mal an den Seiten des Busses und dann im Bus, zum Teil
hypermodern digital, lesen.
- Ist es der richtige Bus, dann geben Sie frühzeitig
Handzeichen! Sonst
fährt der Bus vorbei!
- Steigen Sie nur vorne
ein (Ausnahme: Gelenkbusse) und zeigen dem Fahrer deutlich Ihre Mehrtageskarte.
Nur Einzelfahrscheine (auch Carnetfahrscheine) werden in den
Automaten entwertet.
Einzelfahrscheine können Sie auch beim Fahrer kaufen! Auch diese müssen dann
noch entwertet werden!
- Setzen Sie sich, wenn ein Platz frei ist. Die Füsse
danken Ihnen jede Pause! Einige Plätze haben ein kleines Schildchen mit Herzen
drauf. Dies sind die Handicap-Plätze.
Kommt ein Franzose mit Ausweis oder murmelt etwas vor sich hin unter deutlicher
Gestik, dann räumen Sie den Platz. Es gibt sogar eine offizielle Rangfolge der
Berechtigten für diese Plätze: 1. Kriegsversehrte, 2. Behinderte, 3. Schwangere,
4. Mütter mit Kleinkindern. Ist Papa mit dem Kleinkind unterwegs, hat er eben
Pech gehabt! (vergl. Kapitel Metro)
- Im Bus hängen Pläne, die genau den
Fahrtverlauf wiedergeben.
Ausserdem wird in vielen Bussen angesagt, welche Station nun kommt.
- Wollen Sie aussteigen, dann drücken Sie auf einen der
vielen "Haltewunsch-Knöpfe"
und gehen Sie zur hinteren Tür!
- Wenn ein Bus hält, öffnet der Fahrer die
Tür. Öfter mal vergisst er es
oder schliesst die Tür, nur weil einer trödelt (sehr beliebt bei den Fahrern!).
In diesem Fall laut und deutlich "Monsieur! La Porte s'il vous plait!"
(In Lautschrift: "Messiöh, la port siel vuh pläh!) in
Richtung Fahrer brüllen. Das wirkt!
- Steckt der Bus mal wieder im
Stau und Sie haben die Nase
voll, dann gehen Sie zum Fahrer und bitten ihn, Sie aussteigen zu lassen. Im
Gegensatz zu Preussens ist das in Paris möglich!
Sehen Sie, urig und nicht besonders kompliziert, das mit den Bussen in Paris. Gönnen Sie sich ein paar Busfahrten. Unbedingt fahren sollten Sie mit dem Montmartrobus. Er fährt ab Pigalle quer über die berühmte Butte (Hügel). Der Bus ist zwar deutlich kleiner, wie die normalen RATP-Busse. Dennoch ist es ein Wunder, dass er überall durchkommt! Versuchen Sie, den vordersten Platz auf der rechten Seite zu bekommen und schauen Sie nur vorne raus. Jede Wette, dass Sie vor lauter Zusammenzucken und Mitbremsen schweissgebadet am Ende der Fahrt sind! Die andere Endstation ist das Rathaus des 18. Arrondissements. Hier finden Sie ein Stück echtes lebendiges Paris! Spazieren Sie ein wenig rum und leisten Sie sich einen Kaffee im Café. Ein kleines Wunder: unaufgefordert erhalten Sie ein Glas Wasser kostenlos zum Kaffee. Eigentlich ist das Tradition (und auch Logik, denn eine Tasse Kaffe entzieht dem Körper die gleiche Menge Wasser, und dies soll dadurch ausgeglichen werden) aber wo die Touris rumlaufen, spart man sich Zeit, Geld und Arbeit. Arroganz? Peut-être!
Alors! Des Questions? Pardon! Ich meinte: Haben Sie noch Fragen? Immer her damit! Mailmöglichkeit unter 'Kontakt' links unten. Merci mes amis!