Paris 2011/2012
Wir haben es auch endlich mal wieder geschafft, Neuigkeiten aus der Stadt der Städte ins Netz zu stellen. Hier sind die Themen:
Chez Antoine: Jubiläum 25 Jahre in Paris
Das Sportmuseum an der TGB
Foxity: ein neues günstiges
Stadtrundfahrtunternehmen
Tire-Bouchon: Unsere zweite Heimat bietet
auch in diesem Jahr wieder ein Silvestermenu
Taxi-Bateau, Rikschas und Töff-Töffs in
Paris
Das Paris Dungeon
Welcome to Istanbul: mitten in der Nacht
tobt der Bär
Elektroautos in Paris
Telefonitis in Paris
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Chez Antoine: 25 Jahre in Paris
Seit 25 Jahren gibt es jetzt schon das kleine Restaurant in der Avenue de Versailles, das von der Familie Guyodo so liebevoll betrieben wird. Es ist schon eine wirklich spannende Mischung: ein waschechter Bretone und eine geborene Hamburgerin mit den beiden erwachsenen Kindern, die ja echte Pariserinnen sind, betreiben ein Lokal, dass zwar durch und durch französisch ist, dennoch aber in jeder Ecke deutsche Gemütlichkeit hervorblitzen lässt. Dazu eine Küche, die Kleinode aus der typischen französischen Bistroküche bietet, aber auch immer mal wieder deutsche Köstlichkeiten, wie die berühmte selbstgemachte Rote Grütze und bretonische Spezialitäten. Und die Fischgerichte sind immer zu empfehlen. Schließlich war Antoine Schiffskoch!
Und jetzt sind Cornelia und Antoine nun schon 25 Jahre in Paris, verwöhnen nach wie vor ihre Gäste, aber denken doch so langsam schon darüber nach, wann sie sich zur Ruhe setzen wollen. Wir hoffen, dass das noch lange dauern wird.
Neben den absolut leckeren Oeufs à la Cocotte, die einfach Pflicht als Vorspeise sind, haben wir in diesem Jahr leckeren Fisch genossen. Betonen möchte ich aber das wohl beste Confit de Canard, dass ich in meinem Leben gegessen habe. So krosse und knusprige Entenschenkel habe ich bisher noch nicht bekommen. Dazu ein paar Pommes Sautées und schon war der Bernard glücklich. Ich rate allen dazu, unbedingt zuzuschlagen, wenn Cornelia Confit de Canard auf die Karte geschrieben haben sollte (steht leider nicht immer drauf).
Und wer gerade im Chez Antoine ist und sich die leckeren Dinge schmecken lässt, der sollte auch mal um sich herum schauen und nach dem kleinen gläsernen Laserkunstwerk suchen, dass wir dem Wirtsehepaar anlässlich ihrem 25jährigen Jubiläum überreichten.
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Das Sportmuseum an der TGB
Erinnern Sie sich noch, was TGB bedeutet? Richtig Très Grande Bibliothèque, was eine ironische Verbindung zu einem anderen Prestigeobjekt herstellen soll, welches ähnlich ambitioniert und wenig ausgereift war: der TGV, der Superschnellzug, der so viele Jahre brauchte, bis er wirklich schnell und fehlerfrei war. Und in unmittelbarer Nähe der Bibliothèque Francois Mitterand, eben die TGB, befindet sich das Sportmuseum in der 93 avenue de France. Offiziell heißt es Musée national du Sport und befindet sich im Ministerium für Jugend und Sport.
Aufmerksam wurden wir durch eine Mail von Imke Gotthardt, die in diesem Museum zurzeit ein Praktikum absolviert und dort am Museumsführer in deutscher Sprache mitarbeitete. Wer das Museum in Paris sehen möchte, der sollte sich beeilen, denn 2013, so schreibt Imke, ist geplant, das Museum nach Nizza umzusiedeln in ein neues Stadion, das zur Zeit dort gebaut wird. Das macht wohl auch Sinn, denn die Räumlichkeiten in Paris sind offensichtlich viel zu klein, um ein umfassend über französischen Sport informierendes Museum unterzubringen. So ist dann auch nur ein klitzekleiner Bruchteil der vorhandenen Ausstellungsstücke dort zu sehen. Und dieser Bruchteil ist dann sehr willkürlich ausgewählt, als ob jemand seine Lieblingsstücke aus einem großen Fundus erwählte und ausgestellt hat: ein paar alte sehr interessante Sportgeräte, schöne Plakate, Trikots usw.. Sehr schön ist ein Modell eines Gymnastiksaales aus dem alten Paris, der sich in einem Kinderkrankenhaus befand, das heute das bekannte riesige Hôpital Neckère in der Nähe der Gare Montparnasse ist. Unzählige kleine Kinderpüppchen beschäftigen sich mit Turnformen und Spielen aus alter Zeit, beaufsichtigt von einer prächtigen Kinderschwester in weiß. Etwas ergriffen steht man vor dem Boxmantel des Marcel Cerdan, der einzige Mann, den die unvergessliche Edith Piaf wirklich liebte und der auf so tragische Weise ums Leben kam.
Was es kaum gibt: einen Hinweis, wenn er auch noch so klein wäre, auf die großen Zeiten des jüngeren französischen Fußballs. Kein Zidane, keine Replik vom Weltmeisterpott nix. Abgesehen von einem Fußball, der der Endspielball 1998 gewesen ist. So steht es jedenfalls im Museumsführer. Ich habe ihn leider übersehen.
Aber dennoch: das Museum ist sehenswert und durch den Museumsbegleiter auf deutscher Sprache auch für deutsche Besucher wirklich interessant.
Mehr Infos im WWW unter http://www.museedusport.fr .
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Foxity: ein neues günstiges Stadtrundfahrtunternehmen
Es gibt in Paris bereits viele Busse, die durch de Stadt fahren und selbige hoffnungslos verstopfen. Reisebusse, aber auch in Massen Busse, die Stadtrundfahrten anbieten: Open Tours, Paris Vision, Cars Rouges und noch ein paar Unternehmen. Nun gibt es noch ein Unternehmen: Foxity. Erkennbar sind die Busse an einer etwas aufdringlichen orangen Farbe. Es handelt sich ebenfalls um Doppeldecker.
Geworben wird mit dem Schlagwort Low Cost und darum handelt es sich, verglichen mit anderen Anbietern, wirklich. Erwachsene können schon für 14 Euro eine Stadtrundfahrt machen, Kinder unter 25 Jahren für 12 Euro, Kinder unter 12 Jahren zahlen nichts, wenn ein zahlender Erwachsener dabei ist.
Sehr günstig wird die Geschichte, wenn man eine Kombination aus Bustour und Seineschifffahrt bucht. Beides zusammen kostet 22 Euro. Die Seinefahrt allein kostet bei den Bateaux Mouches schon 11 Euro.
Nach wie vor bietet Open Tours die umfassendsten Touren. Beim Preis hat jedoch nun Foxity die Nase vorn.
Hier gibt es mehr Informationen im WWW: http://www.foxity.com/
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Tire-Bouchon: Unsere zweite Heimat bietet
auch in diesem Jahr wieder ein Silvestermenu
Auch in diesem Jahr waren wir natürlich wieder viel zu oft im Tire-Bouchon. Das rächt sich durch eine wirkliche Gewichtszunahme, an der dann, wieder zuhause, ernsthaft und geduldig gearbeitet werden muss. Unsere Waage bestätigt unser Gefühl, sagt aber augenzwinkernd, dass sie das tolerieren würde, wenn es nicht zu oft wird. Ist es ja leider nicht, da wir nur im Frühjahr und im Herbst in Paris sein können (und zwischendurch immer mal ein paar Tage ). Aber irgendwann wird sich das mal ändern! Und dann würden wir am liebsten jeden Tag im Tire sein.
Allein die Salate, die Chef Assa in seiner winzigen Küche zaubert, lohnen schon den Besuch, denn die sind wirklich ein Gedicht. In diesem Jahr hat er uns davon überzeugt, mal seine Pizza zu probieren und verriet uns ein kleines Geheimnis, dass er vor vielen Jahren eine Zeit in einer Pizzeria gekocht habe und dort eingeweiht wurde in die Herstellung echter neapolitanischer Pizza. Er hat nicht übertrieben. Sie war köstlich. Und das bedeutet, dass mein schon von vielen gehörter Satz: Ich fahre doch nicht nach Paris, um Pizza zu essen!, ab sofort so nicht mehr stimmt. Assas Pizza esse ich auch in Paris!
Wir haben abgesprochen, auch in diesem Jahr wieder das beliebte Silvestermenu anzubieten. Na ja, auch wenn wir wollten, könnten wir unser Silvesterevent nicht mehr absagen, denn wir bekommen schon in der Silvesternacht des Vorjahres die ersten Reservierungen und ich erhalte so ab Sommer in jedem Jahr die ersten Anfragen neuer Interessenten. Der aktuelle Stand: wir sind gut gebucht, haben aber noch ein paar Plätze frei. Aber nicht mehr so wirklich richtig viele
Neu in diesem Jahr, obwohl wir nicht so laut drauf rumreiten, ist die Möglichkeit für alle, nun direkt über uns, also info@parisweb.de, einen Tisch im Tire-Bouchon zu reservieren. Wir haben bemerkt, dass es doch viele Gäste gibt, die lieber auf Nummer Sicher gehen und auf Deutsch reservieren möchten. Wir geben die Reservierungen dann weiter nach Paris, wo Antoine penibel sein Reservierungsbuch führt und der wiederum gibt uns dann sein ok und wir reichen die Bestätigung dann weiter an den zukünftigen Gast des Tire-Bouchon. Klingt kompliziert? Na gut: Mailen Sie uns einfach Ihren Reservierungswunsch, den Rest übernehmen wir. Einverstanden?
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Taxi-Bateau, Rikschas und Töff-Töffs in
Paris
Immer mehr alternativeVerkehrsmittel, die auch der Tourist nutzen kann, fielen uns jetzt in Paris auf. Ein Taxi-Bateau auf der Seine, Rikschas und sogar einige Töfft-Töffs, wie die asiatischen Mopeds mit einer überdachten Sitzbank hinter dem Fahrer, auf der 2 Menschen nebeneinander sitzen können, heißen.
Allerdings konnten wir leider nicht bei allen Anbietern feststellen, wie man sicher an solch ein Gefährt kommt. Von den Rikschas, die sich unangenehm unfranzösisch Urban-Cabs nennen, erfährt man nur, dass man eine in Saint Germain des Prés, an der Bastille oder auf der Concorde erwischen kann. Eine Telefonnummer haben wir auch gefunden: 01(0)6 12 31 48 80. Ganz sicher sind wir aber nicht, dass es die Richtige ist. Sehr schön dagegen finde ich aber die Internetpräsentation von einem anderen Rikscha-Anbieter mit Namen Cyclobulle: http://www.cyclobulle.com/location-velo-taxi-paris-DE.htm . Sie ist auch auf Deutsch. Und mit allen Infos, die man braucht.
Dann gibt es auch Motorräder in Paris, die man mit Fahrer für eine Tour mieten kann. Urban Driver nennen sie sich. Spannend ist so eine Tour allemal, wenn auch nicht gerade billig, denn eine Tour durch Paris gibt es ab 30 Euro. Mehr Infos: www.urban-driver.com .
Bei dem Taxi-Bateau handelt es sich in Wirklichkeit um die River-Limousine. Ein sehr nettes süßes kleines hübsches Boot, das sich der Gast für mindestens 90 Minuten chartern kann. Inklusive ist eine Flasche Champagner. Wie hoch der Inklusivpreis ist, verraten die Macher allerdings nicht Mehr wie die Bateaux Mouches (zur Zeit 11 Euro) ist es bestimmt, aber dafür gibt es bei den Mouches ja auch kein Getränk. Mehr Infos: http://www.river-limousine.com
Die Töff-Töffs haben wir mehrfach gesehen, konnten aber keine Infos bekommen, denn wir sahen sie nur vorbeifahren, nie irgendwo stehen. Wer hier mehr berichten kann, wie z.B. Standorte, Telefonnummern etc., der ist herzlich gebeten, uns eine kurze (oder auch längere) Mail zu schicken.
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Paris Dungeon
Da ja englische Ausdrücke noch immer in Paris verpönt sind, hat das Ding natürlich einen französischen Namen:
Le Manoir de Paris,
was eigentlich Herrenhaus von Paris bedeutet. Gemeint ist allerdings das, was wir kennen als einen dunklen Kerker voller mysteriöser Vorkommnisse, die mit Tod, Pein und Verderben zu tun haben. Zu finden ist das Haus ausgerechnet in der Rue de Paradis (originell nicht?) und zwar in der Nummer 18, nahe der Metrostationen Poissonniere, Bonne Nouvelle, Gare de l'Est, Gare du Nord, Strasbourg Saint Denis und Chateau d'Eau. Per Bus geht es mit der Linie 32 bis zur Haltestelle Faubourg Saint Denis. Ein kurzes Stück die Rue du Faubourg Saint Denis hinein, dann rechts in die Rue de Paradis und schon sieht man auf der rechten Straßenseite ein Haus, das sich nicht so ganz vom Stil her in die Reihe einpasst. Es sieht etwas dunkler und geheimnisvoller aus. Hier geht es in den Innenhof und dort hört man auch schon mittellaute Angstschreie und Gejuchze. Vor einer großen Holztür warten ein paar Menschen auf Einlass. Davor ist der Kassenschalter. Einlass wird gewährt gegen ein Entgelt von 20 Euro, bzw. 18 wenn man unter 18 ist oder Student oder arbeitslos, bzw. 15 Euro, wenn man zwischen 10 und 15 Jahre alt ist. Jünger sollte man wohl nicht sein.
Geboten werden auf fast 1000 m² Szenen aus der guten alten Zeit: die Katakomben von Paris, dass Krokodil in den Abwasserkanälen, das Phantom der Oper, der Gefangene mit der eisernen Maske in der Bastille, der Keller der Vampire, das erdolchte Mädchen in der Metro von Paris und und und und. Es sind insgesamt 13 blutige Geschichten, die dem neugierigen Besucher offenbart werden, die alle etwas mit Paris zu tun haben.
Über die Qualität der Darbietungen können wir leider nichts sagen, denn wir waren nicht drin. Schon am Eingang vertrieben zwei Darsteller den wartenden Menschen die Zeit, indem sie sich zwischen die Leute durchzwängten um sie nach Möglichkeiten erschreckten. Und hier war ich derjenige, der dann nicht mehr wollte. Das war mir einfach zu nahe. Jedes Tierchen hat seine Flucht- bzw. Angriffsentfernung (je nachdem, wie man das sehen möchte) und mir war es einfach viel zu nahe, wie diese beiden Schauspieler den Menschen auf die Pelle rückten. Wenigstens 30 Zentimeter sollten es doch bitteschön schon sein, finde ich. Ich muss dem Leser dieser Zeilen schon recht geben: der Autor ist da aber auch etwas sehr komisch. Ist er.
Weitere Infos im WWW unter http://lemanoirdeparis.fr/
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Welcome to Istanbul: mitten in der Nacht
tobt der Bär
Es hat sich ein wenig was geändert im Istanbul in der Rue du Petit Pont. Dschengis, der sein Restaurant in Bonn aufgab, um seinem Bruder in Paris zu helfen, ist wieder zurück nach Bonn gegangen. Das Heimweh war stärker als die Stadt der Liebe und der Lichter. Ein wesentlicher Grund war natürlich, dass Dschengis kein Französisch spricht und so einfach nicht heimisch werden konnte in Paris. Nun ist er wieder zurück nach Bonn, um dort ein neues Restaurant zu eröffnen. Zurück in Paris bleibt Adrien, der nun das Zepter im Istanbul wieder voll in die Hand genommen hat. Und er verspricht, allen Gästen, die ihn von Monsieur Bernard grüssen, nach wie vor eine besondere Begrüßung zukommen zu lassen.
Adrien hat uns davon überzeugt, ganz bewusst mal nach 1 Uhr in der Nacht ins Istanbul zu kommen. Vor allem Freitag und Samstag in der Nacht tobt dort der Bär. Sagte er. Aber ob das auch stimmt? Wir waren da. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, kurz vor zwei Uhr.
Wir durchqueren erst das dahinter liegende Saint-Séverin-Viertel, durch das sich bis 1 Uhr in der Früh die Menschenmassen wälzen, weil es in diesem Viertel in wirklich jedem Haus ein Restaurant gibt, wo man günstig (aber leider nicht in jedem Fall auch gut) essen kann. Jetzt ist es hier einsam. Ein paar Bars haben noch offen und hier und da wird noch getanzt. Die Restaurants sind dunkel, bis auf die, in denen noch sauber gemacht wird. Nur wenig Menschen laufen jetzt durch die Gassen. Wir kommen auf die Rue du Petit Pont, die Verlängerung der Rue Saint Jacques und gehen Richtung Seine. Die Souvenirläden und die Restaurants sind ebenfalls zu, aber gegenüber gibt es einige Bars und Diskos, in denen jetzt der Bär tanzt. Menschen stehen in Trauben auf der Straße. Die Musik ist laut genug, damit man auch hier gut was davon hört. Und hell erleuchtet ist auch das Istanbul, in dem die Partygäste von Gegenüber sich stärken und auch mal schnell ein geistiges Getränk, das hier viel billiger als gegenüber ist, zu trinken. Adrien kann nur mal von der Theke aus kurz winken und Zeichen machen, dass wir uns einen Platz suchen sollen, wenn irgendwo noch was frei ist. Wir quetschen uns in eine Ecke. Irgendwann kämpft sich Adrien grinsend zu uns durch und bringt uns leckeren Tee. Na, sagt er, habe ich zuviel versprochen? Im Istanbul ist erst in der Nacht die wirklich richtige Stimmung! Recht hat er! Wir naschen von unserer heißgeliebten Vorspeisenplatte und halten Ohren und Augen offen. Offensichtlich sind auch einige Gastromenschen aus den geschlossenen Lokalen im Séverinviertel hier. Sie erzählen sich witzige Geschichten über Gäste, die sie heute hatten. Und klagen über die schlechten Geschäfte, was aber offensichtlich nicht so ganz ernst gemeint ist. Wir sind inzwischen von Tee zu Ayran gewechselt. Dieses leicht salzige türkische Joghurtgetränk kann es mit jedem noch so gut gezapften Bier aufnehmen, obwohl es alkoholfrei ist. Echt lecker!
Das Istanbulteam hat noch immer alle Hände voll zu tun. Wir ziehen uns so gegen halb vier langsam zurück. Man ist eben nicht mehr so knackig wie ehedem, als man locker ein bis zwei Nächte am Wochenende durch machte. Nun lockt das Bett. Und weil unsere Wohnung doch ein kleines Eck weit weg liegt, gönnen wir uns mal ein Taxi, das in Paris übrigens gar nicht so furchtbar teuer ist. Aber ins Istanbul mitten in der Nacht werden wir noch mal gehen. Ganz sicher!
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Elektroautos in Paris
Neben den Leihfahrrädern, genannt Vélib, gibt es seit Ende September nun auch Leihelektroautos in Paris. Sie heißen Autolib und sind nach dem gleichen System aufgebaut, wie die Räder: an den Straßenrändern gibt es Leihstationen, wo die Autos dann stehen. An Automaten, Parkscheinautomaten nicht unähnlich, kann man sich dann eines der Fahrzeuge leihen, damit umher fahren und an einer beliebigen Station wieder abstellen. Begonnen wurde mit 66 Fahrzeugen an 33 Stationen, geplant sind bis Dezember 2012 250 Autos und 5000 Elektroflitzer bis 2016. Die 5000 gelten dann aber inklusive der Banlieue.
250 km kann so ein Fahrzeug am Stück fahren, dann muss es wieder an die Steckdose. Der Nachteil: aus organisatorischen Gründen muss das Fahrzeug immer wieder von Angestellten des Verleihers von der Station, an der es abgestellt wurde, zur Mutterstation zurückgefahren werden. Sinn der Geschichte ist es nicht, die ohnehin wenigen Parkplätze in der Metropole noch weiter zu dezimieren, sondern diesen oder jenen Autobesitzer in Paris zu animieren, sein eigenes Auto abzuschaffen und sich für die paar Mal, wo man es wirklich braucht, ein ökologisch sinnvolleres Elektroauto zu mieten. Wenn das klappt, dann hätte man tatsächlich eine kleine Entlastung für den Autoverkehr in Paris geschaffen. Warten wir es ab. Denn bei der Zweiradkonkurrenz, den Vélibs, hat der Hype seit der Einführung deutlich nachgelassen. Es gibt zwar eine Reihe von Parisern, die regelmäßig ausleihen. Viele haben jedoch festgestellt, dass Paris tatsächlich, wie vorher schon oft behauptet, keine wirklich echte Fahrradstadt ist. Andere haben sich geärgert über viele defekte Räder. Und viele beschweren sich, dass es immer wieder schwer ist, das Fahrrad abzustellen, weil oft alle Ständer an den Stationen besetzt sind. Wenigstens kann eines bei Autolib nicht passieren, was in Paris bei den Fahrrädern nun leider auch normal geworden ist: Radfahrer, die hemmungslos auf den Fußgängerwegen durch die Passanten sausen. Das traut sich der Elektroautoentleiher nun wohl doch nicht.
Hier gibt es mehr Infos im WWW: http://www.autolib.fr/autolib/
Und für die Fahrräder: http://www.velib.paris.fr/
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Telefonitis in Paris
Handys, die man in la France Portables nennt, kleben bei den Parisern mehr und mehr am Kopf fest. Für einen echten Pariser lohnt es kaum noch, das Handy vom Ohr zu nehmen, weil er ja ohnehin scheinbar pausenlos telefoniert. Höchstens, wenn es ein iPhone ist und man gerade im Net rumsurft. Weit weit mehr noch wie in Deutschland wird in Paris ständig mit dem Handy rumgefummelt. Schilder in Bussen und Metro warnen davor, zu offensichtlich mit teuren Geräten zu hantieren (gemeint sind wohl vor allem Smartphones), da es immer öfter zu Raubüberfällen kommt, bei denen gezielt das Telefon gestohlen wird.
Wirklich überheblich wirken die Menschen in Paris dann, wenn Ihnen das Handy offensichtlich wichtiger wird als die Menschen um sie herum. Wie oft haben wir beobachtet, wie während des Bezahlens im Bus oder an der Ladenkasse weitertelefoniert wird und dem Angestellten an der Kasse ein paar hektische Zeichen gemacht werden. Der Kunde scheint zu sagen: Mach deine Arbeit und störe nicht. Ich habe Wichtigeres zu tun!
Es wird überall telefoniert. Wirklich überall. Egal ob Mann oder Frau, aus den Toilettenkabinen tönt zwischen Plätschern und Plumpsen eine telefonierende Stimme und das Hände waschen entfällt dann auch danach, weil man ja nur eine Hand frei hat. Bewundernswert, wie offensichtlich auch das Ordnen der Kleidung nach Verrichtung der Geschäfte einhändig funktioniert. Dann geht der Cafégast wieder zurück an seinen Tisch, wo die Begleitung dann dumpf im Kaffee rührend warten muss, bis das wichtige Telefonat endlich beendet ist. Oder sie telefoniert eben auch. Alle quatschen um einen herum, aber kaum jemand redet miteinander.
Ich jedenfalls fürchte mich ein wenig vor der Zukunft: die persönlichen sozialen Kontakte leiden durch die Handys immer mehr. Nun ja, dafür pflegt man sie ja wieder per Telefon. Aber ist das wirklich dasselbe? Und mir kommt es regelrecht hoch, wenn ich sehe, dass alle Regeln der Höflichkeit über Bord geworfen werden und Menschen, die für einen da sind, nur mit ein paar Zeichen bedacht werden, weil man ja sein wichtiges Telefonat nicht wenigstens einen Moment unterbrechen kann. Oder ist dieser Ausdruck politisch nicht korrekt? Telefonieren beim Bestellen im Restaurant aber schon? Ich gestehe jedem Kellner zu, in einer solchen in Paris üblichen Situation wortlos zu gehen! Und ich bete darum, dass es in Deutschland nicht so weit kommt. Obwohl weit ist der Weg dorthin ja nicht mehr.
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