Die internationale Raumstation ISS Alpha

Auf dieser Seite finden Sie einige Daten und Zielsetzungen über die Planung und den Aufbau der ISS Alpha.

 

Die Motivation zur Erstellung einer solchen Raumstation ist die Verbesserung der intl. Zusammenarbeit , der Aufbau von Kapazitäten in verschiedenen Schlüsseltechnologien der Zukunft sowie die Möglichkeit der wissenschaftlichen, technischen und medizinischen Nutzung einer ständig bemannten Raumstation. Ebenso sind Kosteneinsparungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen ein weiteres Plus der Station.

Die ISS ist ein Projekt von 16 Erdnationen. Darunter sind Deutschland, die USA, Russland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Japan, die Niederlande, Belgien, Brasilien, Spanien, Portugal, Kanada, die Schweiz, Norwegen, Dänemark und Polen. Die Idee zum Bau der ISS hatte bereits Ronald Reagan, amerikanischer Präsident zwischen 1980 und 1988. Dass das Projekt erst rund 10 Jahre nach Beendigung seiner Amtszeit in die Realität umgesetzt wurde, zeigt, welche Probleme und Hindernisse die Politiker und Wissenschaftler zu nehmen hatten.

Ein Grossteil des europäischen Beitrages zur ISS wird in Deutschland, besser gesagt, in Bremen gebaut, nämlich das Forschungslabor Columbus. Das Columbus Modul wird an Bord eines Space Shuttles zur ISS gebracht. Dieses deutsche Modul im Verbund der ISS, gibt Deutschland das Recht auf die Nutzung der Station. In Deutschland werden auch noch ein wichtiger Roboterarm (der an einem russischen Modul angedockt), zwei von den drei Knotenverbindungen, das Lebenserhaltungssystem und das sog. "Data Management System" entwickelt und gebaut. In Deutschland sind u.a. die Firmen Bosch-Telecom, DASA, Draeger Aerospace und OHB Systems beteiligt.

Weitere europ. Beiträge sind neben der "Columbus Orbital Facility" (COF) das "Automated Transfer Vehicle" (ATV) und das Rückkehrmodul CTV. Natürlich gilt auch die Bereitstellung der Ariane-Trägerraketen als Anteil Europas. Der europ. Anteil (2,6 Mrd. EURO) an den Gesamtkosten (200 Mrd DM) in Höhe von etwa 8% werden materiell entrichtet, nämlich durch die Bereitstellung des ATV als Transportmittel, welches durch einen eigenen Antrieb eigenständig an die ISS ankoppeln kann.

Zum Aufbau der Station in einer Höhe von etwa 400 km werden nach ersten Schätzungen die USA 33 und Russland 12 Montageflüge benötigen. Die Bauphase ist mit 5 Jahren veranschlagt und soll im Jahre 2003 beendet sein. Für dazukommende Flüge zum Transport von elektronischer Ausrüstung rechnet Europa mit 18 Flügen.

Die Maße der Raumstation sollen sich nach Fertigstellung auf eine Länge von 108 m, eine Breite von 80 m und eine Höhe von 41 Metern belaufen. Ihr Gesamtgewicht beträgt 450 t und das Volumen der Labore beläuft sich auf rund 1200 m3. Mit einer Umlaufzeit von 90 Minuten und einer Bahnneigung von 51,60 fliegt die ISS um die Erde. Das Columbus-Modul hat eine Breite von 8 m und eine Länge von 4,5 m. Es ist ausgelegt für 3 Personen und beinhaltet 16 Computerschränke (vier an jeder Seite, wobei 13 genutzt werden und 3 für sonstige Technik ausgelegt sind. Der Roboterarm ist 11,3 m lang und 9,2 m breit. Er kann eine Nutzlast von 8000 kg transportieren und bewegt seine Nutzlast mit einer Geschwindigkeit von 0,2 m/s und einer Genauigkeit von bis zu 0,5 cm.

Was noch als interessant zu sehen ist, ist der Schutz der Station gegenüber Trümmerteilen. Die ISS besitzt ein passives Schild, das durch Kraftfelder erzeugt wird. Damit können Gegenstände bis zu einer Größe von 2 cm von der Station abgelenkt werden. Auf größere Trümmerteile reagiert die Station durch aktives Ausweichen. Sollte es dennoch zu einem Einschlag oder einer Beschädigung kommen, können die einzelnen Module abgeschottet werden.

Die zentralen "Mission Control Center" stehen in Houston (NASA) und in Moskau. Derzeit sind im Erdorbit bereits die Module Zaria (Russland) und Unity (Knotenstück, USA) miteinander verknüpft, im Herbst soll das Service Vehicle (Russland) dazukommen.